noch unbewiesener Verdacht endokriner Disruptoren-Eigenschaften

Fernsehen und Ökotest veranstalten eine Hexenjagd gegen Stoffe, deren Potential als endokrine Disruptoren zunächst einmal geprüft werden müsste. Desgleichen versucht der B.U.N.D. seine App ToxFos wieder ins Gespräch zu bringen, nachdem diese bereits 2014 als unsachliche Bewertungsmethode für endokrine Disruptoren-Bewertung unter anderem auch von ICADA abgekanzelt worden war. Die immer wieder zitierte Prioritätenliste ist durch die Kommissionsarbeit längst abgelöst worden, wie Sie im Vortrag auf der ICADA-Fachtagung erkennen können.

In diesem Rahmen wurde auch Ökotest von ICADA um wissenschaftliche Nachweise für die Unterstellung von endokrinen Disruptor-Potential der kritisierten Kosmetik-Rohstoffe gebeten. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden.

Wie sehr es sich um Hexenjagd und wie wenig es sich um wissenschaftlich fundierte Verbraucheraufklärung handelt, beweist die Tatsache, dass in den Fernsehsendungen zwar Parabene, aber nicht die ebenfalls vom endokrinen Disruptor-verdacht betroffenen Soja-Lebensmittel in den Küchen der vorgeführten Verbraucher angeprangert wurden. Unter Beteiligung einer Mitarbeiterin des Umweltbundesamtes konnte im Fernsehen sogar ungestraft behauptet werden, die Kommission sei in der Sache nicht aktiv, obwohl eine andere Kollegin aus dem Umweltbundesamt wie auch ICADA in einer Kommissionssitzung über die Forschungsaktivitäten unterrichtet wurden.

Gemäß KVO 1223-2009 Artikel 15(4) sollte zum 11.01.2015 eine Stellungnahme der EU-Kommission zu endokrinen Disruptoren in der Kosmetik erfolgen. Diese liegt wegen der Arbeiten an der Beurteilungs-Methodologie noch nicht vor. Damit Sie die Methodologie zur Bestimmung der endokrinen Disruptoren etwas kennen und die aktuellen Vorwürfe besser einschätzen lernen, haben wir die Kollegin aus dem Umweltbundesamt zum Bericht über die Kommissionsarbeit eingeladen.