Aktuelles

ICADA arbeitet in den verschiedenen Arbeitsgruppen der EU-Kommission mit und ist anders als deutsche Verbände in der Lage, wichtige Informationen aus erster Hand ohne Sinn verwässernde und zeitraubende Umwege sehr kurzfristig bereitstellen.

So findet 1 Woche vor der ICADA-Fachtagung noch die Sitzung der Claim-Arbeitsgruppe der EU-Kommission statt, die nun endgültige Klärung für die Grenze schaffen soll, an der die Abwesenheit von kosmetischen Stoffen nicht mehr diskriminiert, wenn diese als „enthält kein….“ plakativ ausgelobt wird.

Es wird über drohende Produktverbote, die abgewendet wurden berichtet, neue Gesetzesvorhaben werden zur Diskussion gestellt und notwendige Änderungen im Sinne der wirtschaftlichen Belastbarkeit von KMU abgefragt. Aktuelle Ergebnisse der Kommissionsarbeit wie das Glossar, der überarbeitete Anhang III, Pläne zu PMU etc., mit denen die Industrie zukünftig leben muss, werden zeitnah mit praktischen Konsequenzen vorgestellt und die Anwendung erklärt.

(un)berechtigte Angst vor der ISO-Norm für Naturkosmetik

Die ISO-Norm 16128 für Bio- und Naturkosmetik wird gern als Schreckgespenst für Naturkosmetik dargestellt. Eine mögliche Erklärung für die Existenz dieses Schreckenszenarios wären die Überflüssigkeit von kostenpflichtigen Naturkosmetik-Zeichen, der Imageverlust durch geringe Ansprüche einer ISO-Norm und der Auftritt von billigen Massenartikeln, die dadurch als „Naturkosmetik“ geadelt würden. Ein Beispiel dafür sind bereits jetzt Diskounter- und Handels-Marken, die Naturkosmetik-Zeichen bekannt gemacht haben.

Damit die ISO-Norm 16128 zum harmonisierten Standard für Naturkosmetik kraft der KVO 1223-2009 werden kann, muss diese verschiedene sachliche Anforderungen erfüllen und gesetzliche Hürden nehmen.

ICADA gibt Einblick in die tatsächlichen Ziele, den Entwicklungsstand, die Verbindlichkeits-Chancen, politische Abwehrpotentiale, potentiellen wirtschaftlichen Nutzen / Schaden für Naturkosmetik-Firmen, Perspektiven zukünftig Lizenzkosten-freier Naturkosmetik-Auslobung, damit sich Naturkosmetik-Firmen ein objektives Urteil über die Vorteile einer solchen Lizengebühren-freien Regelung, aber auch die möglichen Imgageeinbußen der Naturkosmetikbranche machen können.

Stoffliche, rechtliche und weitere Anforderungen

Die geltende KVO 1223-2009, aber auch die Arbeit von Normierungsgruppen und Verbraucherschutz-Behörden ziehen weiterhin Änderungen nach sich, die absehbar in Kraft treten und auf die man vorbereitet sein sollte.

So sollte die Nanomaterial-Liste bereits im Januar 2014 publiziert werden, aber in der damals 600 Stoffe umfassenden Liste waren Rohstoffe wie Wasser, Aloe vera, Methylethyl Keton und viele weitere Positionen gemeldet, deren nano-Charakter mit recht bezweifelt werden darf. Da die Kommssion nicht so einfach CPNP-Meldungen ignorieren darf, wurden Verbände wie CE und ICADA, die nationalen Überwachungsbehörden und Spezialisten eingeschaltet, diese Liste sinnvoll zu reduzieren. Das Ergebnis lernen Sie nun (endlich) bei ICADA kennen.

CMR-Stoffe unterliegen einer strengen Regelung, es gibt aber in definierten Fällen die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen für weiteren kosmetischen Einsatz zu erhalten. In dieser Diskussion sind PHMB, Formaldehyd und andere Stoffe.

Die Polymerbasis von Naildesigngelen zwingt zu methodischen Vorgehen, die nicht mit Emulsionen vergleichbar sind. Es gibt daher auch eine Schutzklausel für Naildesign-Gele. Beanstandungen von Behörden bieten gute Beispiele, die eigene Arbeitsweise nochmals zu hinterfragen. Unvermeidbare Spuren verbotener Stoffe bedürfen einer Konzentrationgrenzen-Definition und technischer Argumentation. Derzeit findet bei der ISO TC 217 die Harmonisierung verschiedener Analysenmethoden statt, die zum Maßstab für Produktbeurteilungen der Behörden werden.

Kommissionspläne für kosmetische Konservierungsmittel

Da die Konservierungsmittel wegen einseitig verunsicherter Verbraucher-Wünsche und wegen fachlicher Bedenken immer weniger werden, fürchtet die EU-Kommission die Reduzierung kosmetischer Konservierungsmittel auf einige, wenige, die dann aus derartig vielen Quellen auf den Verbraucher einwirken, dass die Sensibilisierungs-Gefahr und das allergene Potential erhöht werden. Am Ende des Tages könnten keine Konservierungsmittel für kosmetische Produkte mehr zu Verfügung stehen. Verzicht auf Konservierung durch Einsatz etherischer Öle wird mit Top-Positionen auf der IVDK-Liste belohnt, was diese Wege nicht als empfehlenswert erscheinen lässt.

Die Kommission hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, bestehende Konservierungsmittel so weit unbedenklich zu erhalten und die Entwicklung neuer Konservierungsmittel zu unterstützen.

noch unbewiesener Verdacht endokriner Disruptoren-Eigenschaften

Fernsehen und Ökotest veranstalten eine Hexenjagd gegen Stoffe, deren Potential als endokrine Disruptoren zunächst einmal geprüft werden müsste. Desgleichen versucht der B.U.N.D. seine App ToxFos wieder ins Gespräch zu bringen, nachdem diese bereits 2014 als unsachliche Bewertungsmethode für endokrine Disruptoren-Bewertung unter anderem auch von ICADA abgekanzelt worden war. Die immer wieder zitierte Prioritätenliste ist durch die Kommissionsarbeit längst abgelöst worden, wie Sie im Vortrag auf der ICADA-Fachtagung erkennen können.

In diesem Rahmen wurde auch Ökotest von ICADA um wissenschaftliche Nachweise für die Unterstellung von endokrinen Disruptor-Potential der kritisierten Kosmetik-Rohstoffe gebeten. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden.

Wie sehr es sich um Hexenjagd und wie wenig es sich um wissenschaftlich fundierte Verbraucheraufklärung handelt, beweist die Tatsache, dass in den Fernsehsendungen zwar Parabene, aber nicht die ebenfalls vom endokrinen Disruptor-verdacht betroffenen Soja-Lebensmittel in den Küchen der vorgeführten Verbraucher angeprangert wurden. Unter Beteiligung einer Mitarbeiterin des Umweltbundesamtes konnte im Fernsehen sogar ungestraft behauptet werden, die Kommission sei in der Sache nicht aktiv, obwohl eine andere Kollegin aus dem Umweltbundesamt wie auch ICADA in einer Kommissionssitzung über die Forschungsaktivitäten unterrichtet wurden.

Gemäß KVO 1223-2009 Artikel 15(4) sollte zum 11.01.2015 eine Stellungnahme der EU-Kommission zu endokrinen Disruptoren in der Kosmetik erfolgen. Diese liegt wegen der Arbeiten an der Beurteilungs-Methodologie noch nicht vor. Damit Sie die Methodologie zur Bestimmung der endokrinen Disruptoren etwas kennen und die aktuellen Vorwürfe besser einschätzen lernen, haben wir die Kollegin aus dem Umweltbundesamt zum Bericht über die Kommissionsarbeit eingeladen.

Skandal: die wahren Ziele einiger Naturkosmetik-ISO-Arbeitsgruppenmitglieder

Die ISO-Norm 16128 soll nach Willen einiger Arbeitsgruppenmitglieder entgegen anderslautendem Titel keine Definition von Naturkosmetik-Fertigprodukten enthalten. Damit verliert die ISO 161 28 eventuell die Voraussetzung, als harmonisierte Norm im Rahmen der KVO 1223-2009 verpflichtender Maßstab für europäische Naturkosmetik-Produkte zu werden und damit möglicherweise die kostenpflichtigen Naturkosmetik-Zeichen abzulösen.

ICADA wurde nun in Brüssel politisch aktiv. (Details auf Anfrage an mail@ICADA.eu und auf der ICADA-Fachtagung am 15. Juni)

verbotene Werbung

Nach VO 655-2013 Annex 1.5 ist es verboten Produkte des Wettbewerbs dadurch herabzuwürdigen, dass man den Verzicht auf erlaubte Rohstoffe auslobt und den falschen Eindruck von gesicherter Bedenklichkeit dieser Rohstoffe erzeugt.

Werbung mit „enthält kein…..“ ist daher mit einigen Ausnahmen nicht mehr erlaubt.